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Veranstaltung: Parade

Parade
Südstaaten-Musical als Erstaufführung in Münster. Das Stück beruht auf der wahren Geschichte des jüdischen Fabrikbesitzers Leo Frank, der 1913 im amerikanischen Bundesstaat Georgia der Vergewaltigung und Ermordung seiner 13-jährigen Angestellten Mary Phagan für schuldig befunden und zum Tode verurteilt wurde.
In weniger als zwei Monaten steht für das Freie Musical-Ensemble Münster e.V. (FME) die Premiere des Musicals „Parade“ an. Bis November ist aber noch jede Menge Arbeit zu tun: Das Orchester hat angefangen, die gewaltige Komposition aus der Feder von Jason Robert Brown zu proben, das Ensemble feilt an dramatischen Spielszenen, das mehrstöckige Bühnenbild wird gebaut und die Kostüme im Stil der amerikanischen Südstaaten werden geschneidert. Auch in diesem Jahr widmet sich das FME wieder der Erarbeitung eines Stückes, welches auf wahren Begebenheiten beruht. Während sich die Inszenierung im Jahr 2016 mit der deutschen Geschichte und dem Schicksal der Juden im Warschauer Ghetto auseinandersetzte, spielt das diesjährige Musical „Parade“ in den Südstaaten von Amerika, im Jahr 1913. Das Stück beruht auf der wahren Geschichte des jüdischen Fabrikbesitzers Leo Frank, der 1913 im amerikanischen Bundesstaat Georgia der Vergewaltigung und Ermordung seiner 13-jährigen Angestellten Mary Phagan für schuldig befunden und zum Tode verurteilt wurde. Maßgeblicher Grund für die Verurteilung war die Aussage des Hauptbelastungszeugen, der – wie sich Jahre später herausstellte – die Tat sehr wahrscheinlich selbst verübt hat. Nach der Urteilsverkündung tauchten entlastende Hinweise auf, aufgrund derer der Gouverneur von Georgia das Todesurteil in lebenslange Haft umwandelte. Gleichwohl wurde Frank wenig später von einer Gruppe, die sich „The Knights of Mary Phagan“ nannten, in einem Akt der Selbstjustiz aus dem Gefängnis entführt und erhängt. „Parade“ verdeutlicht auf beklemmende Art und Weise, welche Auswirkungen Medienberichterstattung und Sensationslust haben können, wie sich Menschen unter Druck manipulieren lassen und wie dadurch das Schicksal Einzelner beeinflusst werden kann. Auch Gruppenzwang, Vorverurteilung, Lynchjustiz und Antisemitismus gehören zu den zentralen Themen des Stückes – Themen, die auch in der heutigen Zeit noch nicht an Aktualität verloren haben und nicht nur die amerikanische Gesellschaft noch immer prägen. Neben dem Gerichtsprozess wird auch die Beziehung zwischen Leo und seiner Frau Lucille beleuchtet, die sich im Verlaufe des Stückes von kühler Distanz zu vertrauter Nähe entwickelt. Die „etwas andere“ Liebesgeschichte erinnert daran, dass gerade in schwierigen Zeiten die Unterstützung und der Zusammenhalt der Familie und engsten Vertrauten unerlässlich ist. Bereits im Jahr 2014 begann das FME mit der Erarbeitung dieses Musicals. Damals wurde jedoch der Konzertsaal der Waldorfschule – seit jeher die Spielstätte des Ensembles – durch die heftigen Unwetter überflutet. Aufgrund der langwierigen Renovierungsarbeiten mussten die Aufführungen abgesagt werden. „Das Stück damals abzusetzen war eine sehr schwierige Entscheidung“, erinnert sich Gesamtleiter Ingo Budweg. „Wir hatten immer vor, ‚Parade‘ wieder auf die Bühne zu bringen. Die Geschichte ist zu besonders, die Musik zu facettenreich. Ein solches Musical darf nicht einfach in einer Schublade liegen bleiben.“ Zudem ist es eine besondere Ehre für das Ensemble, nach ihrem Erfolg bei „Imagine This“ 2016 auch in diesem Jahr wieder eine Deutschlandpremiere spielen zu dürfen. Bei der diesjährigen Inszenierung scheint dem Ensemble aber nicht nur das Wetter wohlgesonnen zu sein. Eine umfangreiche Förderung erhielt das Ensemble durch die Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost. „Das Freie Musical-Ensemble hat sich zu einer festen Säule in der Münsteraner Kultur- und Theaterszene entwickelt. Die Förderung der Stiftung soll einen Beitrag dazu leisten, dass kulturelles Leben und musikalische Vielfalt in der Region weiterwachsen“, so Bernd Theilig, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost. „Die Leidenschaft für Musik und Theater und das hohe Maß an Engagement aller beteiligten Personen werden sicherlich auch in diesem Jahr wieder für die Besucher spürbar werden.“ Das Musical „Parade“ ist ein anspruchsvolles und dramatisches Stück mit Tiefgang. Bei der Inszenierung des Gerichtsprozesses kann sich jeder Zuschauer selbst die Frage stellen, ob er für oder gegen eine Verurteilung von Leo Frank gestimmt hätte. All dies wird untermalt von vielseitiger Musik aus für die Südstaaten typischen Dixieklängen, traurigen Balladen, beschwingten Musicalnummern und sogar Einflüssen aus dem Bereich des Jazz. Wie gewohnt enthält die Inszenierung auch wirkungsvolle Choreographien, ein beeindruckendes Bühnenbild und ausgefallene Kostüme. Lange müssen sich die Besucher nicht mehr gedulden. Die Premiere von „Parade“ ist bereits am 10. November 2017 um 19:30 Uhr im Konzertsaal der Waldorfschule Münster. Der Kartenverkauf hat bereits begonnen. Tickets können bequem online über die Homepage www.fme-ms.de bestellt oder in den lokalen Vorverkaufsstellen erworben werden.
Veranstaltungsdetails

Datum: Fr. 10.11.2017
Uhrzeit: 19:30 Uhr - Ende offen
Rubrik: Bühne
Ort: Münster
Location:
Waldorf Konzertsaal
Rudolf-Steiner-Weg  11
48149 Münster

Telefon: 0251/87 00 9

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