Veranstaltung: Projektvorlesung: Das arme Internet

Autorin, Journalistin und Bloggerin Kathrin Passig hält drei öffentl. Vorlesungen. Heute zum Thema: Andere Werkzeuge, andere Schreibweisen.
Das Germanistische Institut der Uni Münster setzt seine Poetikdozentur fort: Die renommierte Autorin, Journalistin und Bloggerin Kathrin Passig, die u.a. den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt (2006) und den Johann-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay (2016) verliehen bekam, wird in diesem Herbst drei öffentliche Vorlesungen halten mit dem Titel Das arme Internet: Wie es eine ganz neue Literatur hervorbringen sollte (06.11.2017) und was es stattdessen macht (20.11.2017) und andere Werkzeuge, andere Schreibweisen (04.12.2017). In einer Late-Night-Lesung im Pumpenhaus wird sie aus ihren Werken vortragen. Das arme Internet: Seit Jahrzehnten soll es eine ganz neue Literatur hervorbringen, und seit Jahrzehnten weigert es sich nicht nur, sondern steht dem Hervorbringen von Romanen sogar aktiv im Weg. Darauf hat Jonathan Franzen gerade wieder in seiner Rede zur Entgegennahme des Frank-Schirrmacher-Preises hingewiesen. Um diese Geschichte des Scheiterns geht es im ersten Teil der Poetikdozentur. Der zweite handelt von der Frage, ob in dieser Zeit vielleicht etwas ganz anderes entstanden ist. Im dritten werden die Schreibenden betrachtet. Sind es andere Menschen mit anderen Schreibtechniken als die, die ihre Romane handschriftlich oder an der Schreibmaschine verfasst haben? - Münster kann sich auf drei Abende lebendiger Gegenwartsliteratur freuen! Kathrin Passig (* 1970) lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Arbeiten, haben neue Maßstäbe sowohl im Bereich der Essayistik als auch in der Literaturkritik gesetzt, unter anderem durch die Gründung der ‚Zentralen Intelligenz Agentur‘ und die Erfindung der ‚Automatischen Literaturkritik‘ per ‚Riesenmaschine‘. Ihr Sieg in Klagenfurt 2006 war eine Sensation. Sie hat u.a. mit Holm Friebe, Wolfgang Herrndorf und Sascha Lobo zusammengearbeitet, ist auch als Übersetzerin bekannt (u.a. der „Chronicles“ des Literaturnobelpreisträgers Bob Dylan) und kann programmieren. Sie ist Mitautorin eines „Lexikons des Unwissens“, eines Ratgebers „Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin“ und eines Handbuches für Sadomasochisten. Zu ihren jüngsten Publikationen zählen „Standardsituationen der Technologiekritik“ (Suhrkamp: Berlin 2013) und eine 5481-seitige E-Book-Ausgabe des „Techniktagebuch“-Gemeinschaftsblogs (2017). Die Poetikdozentur ermöglicht unseren Studierenden und einer interessierten Öffentlichkeit die Begegnung mit aktuellster Literatur und einen Einblick in die Denk- und Arbeitsweise einer unserer wichtigsten Autorinnen. Bereits die erste Dozentur (mit Monika Rinck) hat der literarischen Kultur am Standort Münster nachhaltige Impulse gegeben. Die Poetikdozentur wird abgerundet durch eine nichtöffentliche Lehrveranstaltung am Germanistischen Institut und einen Abend mit den Gästen Gregor Weichbrodt und Hannes Bajohr zum Thema „Schlechte Ideen“ am 24. Januar 2018 im SpecOps. MO, 6. NOV. 2017: WAS DAS INTERNET ALLES NICHT FÜR DIE LITERATUR GELEISTET HAT MO, 20. NOV. 2017: WAS ES STATTDESSEN GEMACHT HAT MO, 4. DEZ. 2017: ANDERE WERKZEUGE, ANDERE SCHREIBWEISEN, JEWEILS 18-20 UHR, AULA DES VOM-STEIN-HAUSES, SCHLOSSPLATZ 34 LATE-NIGHT-LESUNG: MO, 20. NOV. 2017, AB 21 UHR IM PUMPENHAUS
Veranstaltungsdetails

Datum: Mo. 04.12.2017
Uhrzeit: 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Rubrik: Vorträge
Ort: Münster
Location:
Freiherr-vom-Stein-Saal
Domplatz  36
48143 Münster

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