Veranstaltung: Disseits & Eden

Eine Ausstellung aus Anlass des 101. Katholikentages in Münster. Präsentiert wird ein weites Spektrum künstlerischer Positionen zu den Gegensatzpaaren Natur und Kunst, künstlich und natürlich, heilig und profan, dem Umgang des Menschen mit der Schöpfung und dem Schöpferischen im Menschen.
Eine Ausstellung aus Anlass des 101. Katholikentages in Münster. Beteiligte Künstlerinnen: Christina Beifuss, Helga Franz, Katharina Fritsch, Susanne Hegmann, Nanne Meyer, Christina Paetsch. Die Ausstellung Diesseits und Eden präsentiert ein weites Spektrum künstlerischer Positionen zu den Gegensatzpaaren Natur und Kunst, künstlich und natürlich, heilig und profan, dem Umgang des Menschen mit der Schöpfung und dem Schöpferischen im Menschen. Von der zart zurückhaltenden Zeichnung zur raumgreifenden Skulptur, von der raffiniert manipulierten Photographie zur laborhaft komplexen Versuchsanordnung kommen die unterschiedlichsten künstlerischen Medien zum Einsatz. Trotz divergierender Mittel und Ausdrucksweisen entstehen verblüffende formale Entsprechungen und inhaltliche Verbindungen zwischen den Werken, die so in konzentrierter Form und auf künstlerisch höchstem Niveau über unser Verhältnis zu den verlorenen Paradiesen von einst wie den künstlichen Paradiesen von heute reflektieren. In den Bildern von Susanne Hegmann, die zwischen Zeichnung und Malerei zu verorten sind, überlagern sich konkrete Partikel wie Fragmente von Erinnerungen mit umrisshaften Zeichnungen von Pflanzen und gestischen Farbspuren zu organisch wirkenden Phantasmagorien, die immer wieder Landschaftliches heraufbeschwören. Landschaft als unbekanntes Terrain, als terra incognita, bildet in Form von Landkarten buchstäblich das Material und den Anlass für Nanne Meyers kartographische Zeichnungsserien, die nicht nur exakte Vermessung und freie Phantasie, sondern mitunter ganz direkt Himmel und Erde miteinander verbinden. In der abstrakten Knotenskulptur von Christina Beifuss ist auf den ersten Blick erst einmal nichts zu erkennen – dabei ist sie direkt aus einem historischen Madonnenbildnis abgeleitet; während die Heiligenfigur bei Katharina Fritsch zwar konkret erkennbar ist, dafür aber durch Farbgebung und Maßstabsverschiebung in ironische Distanz gerückt und Teil eines plastischen Stilllebens wird. Nicht als verfremdetes Zitat, aber ebenfalls stillebenhaft kommen auch die Photographien von Christina Paetsch daher, die beispielsweise in ihren Blumenbildern hochästhetische Blüten präsentiert, die sich bei näherem Hinsehen als aus Teilen toter Tiere arrangierte entpuppen und so vor allem unseren Schönheitssinn nachhaltig irritieren. Ganz direkt und konkret nutzt schließlich Helga Franz in ihrer Installation die Präsentationsweisen und Darstellungsmodi von historischen und naturwissenschaftlichen Museen. Indem sie menschliche Artefakte, Mineralisches, Pflanzliches und Tierisches einander gegenüberstellt, erweitert sie den Ausstellungshorizont und die Frage nach dem Paradiesischen bis in menschheits- und evolutionsgeschichtliche Dimensionen.
Veranstaltungsdetails

Datum: So. 13.05.2018
Uhrzeit: 11:00 Uhr - 17:00 Uhr
Rubrik: Ausstellungen
Ort: Münster
Location:
LBS
Himmelreichallee  40
48149 Münster

Telefon: 0251-412 5257

Folgen Sie uns auf Facebook